Freitag, 26. Mai 2017

[Rezension] Die Prophezeiung der Hawkweed (Audio)




Zwei Neugeborene werden durch einen Fluch vertauscht. So wächst Ember Hawkweed in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy Hooper, die Hexe, in einer Kleinstadt in England. Sie fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren. Derweil fühlt sich Ember wie eine Fremde in ihrem Clan. In ihr scheint kein Tropfen Magie zu stecken - dabei soll eine der Hawkweeds laut einer Prophezeiung die Königin der Hexen werden. Als sich Ember und Poppy begegnen, finden sie mehr über ihr gemeinsames Schicksal heraus. Dann lernt Poppy Leo kennen und die Freundschaft der Mädchen wird auf die Probe gestellt. Währenddessen machen sich die Hexenclans bereit für den Kampf um den Thron.
Quelle: Blogg dein Buch


Nach sehr vielen Jahren ist "Die Prophezeiung der Hawkweed" mein erstes Hörbuch, das nicht für die Kinder gedacht war. Zuhause kann ich mich darauf nie gut konzentrieren aber für die Autofahrt perfekt, hab ich gedacht.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir allerdings etwas schwer. Auch zuhause wurde es nicht besser. Die Erzählstimme von Jana Schulz ist im Durchschnitt sehr gut aber zu Beginn fand ich sie etwas kratzig. Ich habe nie immer jedes Wort gut verstanden und war (wahrscheinlich genau deshalb) auch ziemlich verwirrt und habe 5 Anläufe gebraucht mir endlich mehr anzuhören. Dann nimmt die Geschichte aber sehr schnell eine schöne Wendung. Aufgrund dessen, dass die Sprecherin sich bei verschiedenen Charakteren und Stimmungen sehr gut anpassen kann, habe ich mich schnell in der Geschichte verloren.
Man kann darin gut eintauchen und sich auch mit allen Charakteren soweit identifizieren.
Insgesamt sind alle ziemlich flach gehalten, da es sich aber durch die gesamte Geschichte zieht, muss ich sagen, dass es mich nicht so sehr gestört hat.

Die Liebesgeschichte ist typisch für ein Jugendbuch und viel gibt es dazu nicht zu sagen. Sie fließt schön in die Geschichte ein, auch wenn ich kurz genervt war dass sich wirklich eine nach der anderen in Leo verliebt hat.

Das Cover ist mystisch und passt zu einer Hexengeschichte. Gefällt mir aber ehrlich gesagt nicht so sehr, ich weiß nicht, ob es mir im Laden aufgefallen wäre.

Im Auto hat meine 11jährige Tochter einen Teil mitgehört aber ihr war es am Anfang schon zu heftig, wegen den Babys. Ich glaube, wenn sie mehr hören würde, könnte sich das zumindest legen, aber dann gab es andere Szenen, die ich ihr nicht zumuten möchte, mir war ja schon mulmig. Die Altersangabe finde ich daher ziemlich unpassend, wobei es da, wie bei so vielem, auch drauf ankommt, wie das Kind drauf ist.

Als Jugendbuch ab 14 fände ich es sehr gut geeignet und es ist ein guter Einstieg in die Reihe. Man erfährt in der ersten Geschichte schon einiges an Hintergrundwissen, hat aber am Ende noch genug Fragen, um neugierig auf die Folgegeschichte zu sein.

Vielen Dank an  und den JUMBO Verlag für diesen gelungenen Einstieg! Bestellen könnt ihr es auch direkt beim Verlag und zwar hier ;)
Eine Geschichte für (junge) Erwachsene, die nach anfänglichen Holpersteinen dann doch ziemlich rund läuft.



Donnerstag, 18. Mai 2017

[Rezension] Das Einstein Enigma




Kairo, 2006.
Der portugiesische Kryptanalyst Tomás Noronha soll ein Geheimmanuskript Albert Einsteins entschlüsseln: „Die Gottesformel“ – die vermeintliche Bauanleitung für eine billige Atombombe, mit der Israel das Physik-Genie einst beauftragt habe. So gerät Tomás zwischen die Fronten von Iran und CIA.
Tatsächlich geht es jedoch um die fundamentalen Fragen nach der Entstehung des Universums, dem Sinn des Lebens und Gott. Eine spannende Reise in die Welt von Wissenschaft und Religion. Denn im Rahmen seiner Ermittlungen kommt Tomás einem der größten Rätsel der Welt auf die Spur: dem wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes.
Quelle: Verlagsseite


Puh!
Als ich von dem Buch gehört habe war sofort klar: Das muss ich lesen! Ich bin kein unheimlich religiöser Mensch und mit Physik konnte ich noch nie wirklich was anfangen aber trotzdem, oder gerade deshalb hat mich das Buch so gereizt. Alleine die Vorstellung davon wie das alles zusammenknallt fand ich sehr aufregend. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Cover gefällt mir prinzipiell sehr gut. Es fasst zusammen, worum es geht. Auch, wenn im Buch mehr Aspekte einspielen, als nur Albert Einsteins Theorien, fände ich es unpassend, z.B. etwas religiöses mit aufzunehmen. 
Allerdings stört der rote Balken das Bild ungemein und ich finde es sehr schade, dass man sich da nicht für einen Sticker entschieden hat, wenn schon was drauf muss. 

Bei der Geschichte muss ich euch gleich den Zahn ziehen: Es ist kein klassischer Thriller, kein "Illuminati" oder dergleichen. 
Ich finde das sehr gut, andere vielleicht nicht, daher erwähne ich es lieber gleich.
Auch, wenn ich kaum eine Ahnung von Quantenphysik und Co. habe, war es für mich einfach spannend zu sehen, wie denn alles zusammenwirken soll. 
Zu Beginn wird schon immer wieder der "Thrillereffekt" eingeführt, der aber mehr und mehr nachlässt, aber nie ganz verschwindet. 
Und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Man muss kein Genie sein aber interessiert. Dieses Buch zeigt einen doch kritischen Blick auf unsere Glaubensgeschichte und die großen Entdeckungen eines brillanten Wissenschaftlers. Natürlich wird nicht mit Fachbegriffen gegeizt, aber das schafft man schon. Zumal die Mischung aus Wissenschaft, Thriller und Religion sehr gut gelungen ist. Man rutscht in so viele unterschiedliche Untergruppen, dass nichts langweilig wird.

Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und vermitteln das Gefühl, dass man an ihrem Leben teilhaben darf. Der Schreibstil hat mich so tief in die Geschichte gezogen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Aber gerade das sollte man. 
Abgesehen davon, dass es jede Geschichte verdient hat, dass man sich mit ihr beschäftigt, ist es hier geradezu Pflicht. Man braucht zwischendurch einfach diese Auszeit um die Informationen sacken zu lassen, die nicht selten dann gleich neue Fragen aufwerfen. Manche werden beantwortet, mit anderen beschäftigt man sich eine Weile später noch. 
So schafft es das Buch trotz dessen, dass es von der spannenden Erzählung, in die "trockene" Theorie wechselt einen bei Laune zu halten. Auch wenn man irgendwann ahnt wie es weitergeht muss man es zu Ende lesen und bleibt danach erstmal etwas erschlagen zurück. Definitiv ein buch das noch nachhallt.

Im März 2018 erscheint eine Fortsetzung zu "Das Einstein Enigma". Die Kurzbeschreibung liest sich, als könnte man sie unabhängig voneinander lesen. Aber so oder so freue ich mich sehr darauf, wieder mit Noronha auf Reisen zu gehen, in: "Der Schlüssel des Salomon"


Eine gelungene Mischung aus Wissenschaft, Religion und Story. Fesselnd bis zum Schluss und bisher mit nichts zu vergleichen!


Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension] Strike - oder die Unwahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden



Wie wahrscheinlich ist es wohl, vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden?
Sophie kommt aus gutem Hause und führt ein unbeschwertes Leben. Strike hingegen lebt auf der Straße und kann von einer sorglosen Jugend nur träumen.
Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch gemeinsam bestreiten sie eine Reise, die sie für immer verändern wird.
Quelle: Amrûn Verlag

Das Cover passt zu einem Jugendbuch. Es werden viele Aspekte angesprochen, die neugierig machen. Die Idee, aus einer Sammlung von Fotos ein Herz entstehen zu lassen finde ich sehr süß, genauso wie das schüchterne verschränken der Finger. Der Titel ist echt lang, grins. Aber ich mag das, wenn einem Titel ein "oder" rangehangen wird, mit einer Beschreibung, die einen am Anfang grübeln lässt, ob es wirklich mit dem Buch zu tun hat oder der Autor sich da nur was ausdachte.

In die Geschichte selbst, kam ich schwer und erst ziemlich spät rein. Die Geschichte entwickelt sich Schlag auf Schlag und dadurch erreichen Strike und Sophie nicht immer die Tiefe, die ich ihnen wünschen würde. Es gibt sehr viel Potenzial eine Jugendliebe aufzuzeigen, die mit Leichtigkeit beginnt und mit Verbundenheit endet. Leider wurde es nicht immer ausgeschöpft. Ich habe es leider nicht geschafft mitzuerleben und zu fühlen, wie Sophie reift, weil es mir direkt vorgesetzt wurde. Man muss sich wirklich die Zeit nehmen immer wieder zu reflektieren, wie sie vorher war und wie sie nun ist. Strikes Leben ist interessant gezeichnet, aber auch hier ist am Ende einfach alles zu einfach und zu schnell. Seine innere Reise hätte mich unheimlich interessiert denn ich glaube, sie hätte der Geschichte nochmal ein wenig mehr Emotionen gegeben. Dadurch, dass das Buch rein aus Sophies Sicht geschrieben ist, wäre das zwar schwer, aber möglich gewesen.

Ansonsten hat das Buch alles, was man sich wünscht: Ein Liebespaar, verwöhnte Mädchen, einen Kerl mit Problemen, eine zwar naive aber dann doch taffe Protagonistin und einen Entwicklungsschub. Auch, wenn mir jetzt ein paar Moralapostel den Vogel zeigen: Am besten gefiel mir, dass eine der Charaktere raucht. In Jugendbüchern raucht irgendwie nie jemand und wenn, dann doch eigentlich nur die Kerle. Das war aber genau der Punkt, mir dem sich die meisten identifizieren können. Ob Raucher oder nicht, genau so ein Bild bietet sich auf jedem Schulhof. Auch hat sich Katharina getraut einige andere Aspekte ins Buch zu bringen. Drogen, Gewalt zuhause, Ausreißer und das ohne wirklich nur die Seite hervorzuheben, die der Gesellschaft sauer aufstößt. Das macht das Buch auch für ältere Leser interessant.

Das Buch hat, für mich, etwas spät Fahrt aufgenommen aber danach konnte ich es kaum aus der Hand legen. Es ist kein Buch, das einen noch ewig beschäftigt. Aber ein Buch, das durchaus gut unterhält.