Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension] Strike - oder die Unwahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden



Wie wahrscheinlich ist es wohl, vom Blitz getroffen zu werden und die große Liebe zu finden?
Sophie kommt aus gutem Hause und führt ein unbeschwertes Leben. Strike hingegen lebt auf der Straße und kann von einer sorglosen Jugend nur träumen.
Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch gemeinsam bestreiten sie eine Reise, die sie für immer verändern wird.
Quelle: Amrûn Verlag

Das Cover passt zu einem Jugendbuch. Es werden viele Aspekte angesprochen, die neugierig machen. Die Idee, aus einer Sammlung von Fotos ein Herz entstehen zu lassen finde ich sehr süß, genauso wie das schüchterne verschränken der Finger. Der Titel ist echt lang, grins. Aber ich mag das, wenn einem Titel ein "oder" rangehangen wird, mit einer Beschreibung, die einen am Anfang grübeln lässt, ob es wirklich mit dem Buch zu tun hat oder der Autor sich da nur was ausdachte.

In die Geschichte selbst, kam ich schwer und erst ziemlich spät rein. Die Geschichte entwickelt sich Schlag auf Schlag und dadurch erreichen Strike und Sophie nicht immer die Tiefe, die ich ihnen wünschen würde. Es gibt sehr viel Potenzial eine Jugendliebe aufzuzeigen, die mit Leichtigkeit beginnt und mit Verbundenheit endet. Leider wurde es nicht immer ausgeschöpft. Ich habe es leider nicht geschafft mitzuerleben und zu fühlen, wie Sophie reift, weil es mir direkt vorgesetzt wurde. Man muss sich wirklich die Zeit nehmen immer wieder zu reflektieren, wie sie vorher war und wie sie nun ist. Strikes Leben ist interessant gezeichnet, aber auch hier ist am Ende einfach alles zu einfach und zu schnell. Seine innere Reise hätte mich unheimlich interessiert denn ich glaube, sie hätte der Geschichte nochmal ein wenig mehr Emotionen gegeben. Dadurch, dass das Buch rein aus Sophies Sicht geschrieben ist, wäre das zwar schwer, aber möglich gewesen.

Ansonsten hat das Buch alles, was man sich wünscht: Ein Liebespaar, verwöhnte Mädchen, einen Kerl mit Problemen, eine zwar naive aber dann doch taffe Protagonistin und einen Entwicklungsschub. Auch, wenn mir jetzt ein paar Moralapostel den Vogel zeigen: Am besten gefiel mir, dass eine der Charaktere raucht. In Jugendbüchern raucht irgendwie nie jemand und wenn, dann doch eigentlich nur die Kerle. Das war aber genau der Punkt, mir dem sich die meisten identifizieren können. Ob Raucher oder nicht, genau so ein Bild bietet sich auf jedem Schulhof. Auch hat sich Katharina getraut einige andere Aspekte ins Buch zu bringen. Drogen, Gewalt zuhause, Ausreißer und das ohne wirklich nur die Seite hervorzuheben, die der Gesellschaft sauer aufstößt. Das macht das Buch auch für ältere Leser interessant.

Das Buch hat, für mich, etwas spät Fahrt aufgenommen aber danach konnte ich es kaum aus der Hand legen. Es ist kein Buch, das einen noch ewig beschäftigt. Aber ein Buch, das durchaus gut unterhält.

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