Mittwoch, 23. August 2017

[Rezension] Ewig Dein - Deathline (Audio)


~~~~~~~


Als sich die 16-jährige Josie in die langen Ferien stürzt, ahnt sie nicht, dass ein Sommer vor ihr liegt, der ALLES verändern wird.

Die Gegend aus der sie stammt, mag zwar in den Mythen der Ureinwohner immer wieder Schauplatz mysteriöser Ereignisse gewesen sein, aber daran erinnert in der idyllischen Kleinstadt, aus der sie kommt, heute wenig. Wie eng diese beiden Welten aber immer noch miteinander verwoben sind, wird Josie nach und nach klar, als sie den faszinierenden Ray kennen und schließlich auch lieben lernt. Doch diese Liebe darf nicht sein, denn Ray hat nur EIN Ziel: sein schützendes Amulett wiederzufinden und dann die Grenze zum Reich der Toten zu überschreiten. Denn dort gehört er hin…
Quelle: Randomhouse Bloggerportal


DER HAMMER!
Sry, war das unprofessionell? Ich kann es aber nicht anders beschreiben. Aber vielleicht sollte ich das Fazit nicht vorweg nehmen! :)

Mir fiel als erstes das Cover auf. So wunderschön und harmonisch. Und trotzdem passt es nicht unbedingt zum Titel oder zum Inhalt aber das macht es nur umso faszinierender.
Der Klappentext mag für manche vielleicht ein bisschen zuviel verraten, aber wer sich beim Untertitel "Deathline" nicht schon denken kann, dass einer der Konflikte der Tod ist, dem ist nicht zu helfen.
Trotzdem geht dieser Gedanke bei der Geschichte total unter. Man wird so in die Geschichte hineingezogen dass man völlig vergisst, worum es eigentlich geht. Es gibt unglaublich spannende Nebenstränge, die am Ende in einem großen Finale gipfeln. Oder doch nicht? Schließlich ist es ja eine Reihe ;)
Da ich viel mit dem Auto unterwegs war zu der Zeit, als sie ankam fand ich das perfekt. Aber lasst euch gesagt sein, das war eine dumme Idee! So viele Emotionen, so viele unterschiedliche Reaktionen hat noch kein Hörbuch hervorgerufen. Also beschränkte ich mich auf zuhause.
Meine Tochter hat im Auto den Anfang mitangehört und fand ihn etwas "gruselig" und war dann trotzdem so neugierig dass sie mir jede CD aus der Hand riss sobald sie aus meinem CD Player kam. Am Ende hatte sie die Geschichte sogar schneller fertig, als ich. Und fand sie ebenso großartig und traurig zu gleich, wie ich auch.

Für die Sprecherin brauchte ich nur wenig Eingewöhnung. Sie hat es geschafft durch ihre verschiedenen Stimmlagen genau zu zeigen, wer gerade spricht, auch wenn es nicht erwähnt wurde. Das fand ich sehr faszinierend, normalerweise stören mich Frauenstimmen beim Männerpart!

Interessant fand ich dass Josie ihre Geschichte selbst erzählt. Das hat für mich perfekt gepasst zu einem Jugendbuch. Es ist nicht so, dass es einfach aus ihrer Perspektive erzählt würde, vielmehr bringt sie sich zwischendurch selbst ein, aber lasst euch überraschen.

Die Charaktere sind durchweg glaubwürdig. Im Vordergrund stehen Freundschaft und Liebe, aber am meisten fasziniert hat mich das drumherum. Indiandermythen, Prophezeiungen, Rätsel und ein magisches Amulett. Keine Geschichte wirkte hineingeklatscht, jede hatte seinen Bestandteil und half, am Ende das Puzzle zu vervollständigen. Spannung ist das Wort, das diese Geschichte durchzieht. Vom ersten bis zum letzten Satz! Gänsehaut ist das, was ich fast durchgängig gefühlt habe.

Die Geschichte ist empfohlen ab 13 Jahren. Wie gesagt hat meine Tochter sie mit viel Gefühl verfolgt und sie ist gerade 11. Also ist es wie immer: Es kommt auf das Kind an. Aber grundsätzlich stimme ich einem Alter von mind. 12 Jahren zu. An manchen Stellen gruselte es sogar mich, aber auf eine schöne Art.

Und hier kommt noch eine Hörprobe ;)





Ein begeisterndes Jugendbuch, das hier zwar in einer gekürzten Lesung daherkommt, aber nichts vermissen lässt, außer einer baldigen Fortsetzung!






Mittwoch, 9. August 2017

[Rezension] Herzensräuber



Tobias Buchantiquariat läuft mehr als schleppend. Dass seine Kunden dann auch noch eher tauschen, als kaufen wollen, ist dabei noch weniger hilfreich.

Bei einem Urlaub begegnet Tobias einer Bande Straßenhunde. Einer von ihnen, ein ehemaliger Posthund im Ort, scheint sich mit Tobias wortlos zu verstehen. So adoptiert er den kleinen und nimmt "Zola" mit zu sich nach Hause. Nach einer unerwarteten Wendung stehen Tobias und Zola nun nicht nur vor einem neuen Leben, sondern auch einer großen Herausforderung.
Als Zola sich als unglaublich geschickter Bücherhund entpuppt und Tobias Liebesleben nun auch endlich in Schwung kommt, überschlagen sich die Ereignisse und alles steht Kopf!


Ich gestehe, dass ich sehr überrascht war, dass dieses Buch aus der Sicht eines Hundes erzählt wird. "Herzensräuber" ist das erste "dieser Art", das ich gelesen habe.
Nach anfänglicher Skepsis wurde ich aber schnell überzeugt. Die Geschichte ist wunderschön geschrieben. Mit dem Schreibstil könnte die Autorin selbst aus der Sicht eines Besens erzählen und es wäre immer noch spannend.

Mann kann sich in jeden einzelnen Charakter leicht hineinversetzen. Der ein oder andere ist etwas oberflächlich gehalten, aber ich denke, aus der Sicht eines Hundes ist es völlig okay.
Mal aufzuzeigen, was Hunde eigentlich wirklich leisten können ist eine schöne Idee. Der "Bücherhund" war dabei für mich ganz neu, aber nicht weniger glaubhaft. Man hätte sicherlich schreiben können, dass Hunde Angst riechen, dass sie die feinen Schweißtropfen besser wahrnehmen, dass jedes angefasste Buch nach irgendeiner Körperausdunstung riecht. Aber das hat man hier nicht und das hätte auch gar nicht gepasst.
Durch das ganze Buch zieht sich eine besondere Stimmung. Der Mut eines Hundes, der seine Familie beschützen will, die Angst, das alles wieder zu verlieren und vor allem ein Hauch kindischer Naivität.

Ein wenig genervt hat mich allerdings, dass Zolas Kopf so voll ist. Voll von Gedanken über die anderen, voll von ihren Problemen. Das hat mich ein Stück weit nicht nur genervt, sondern schlichtweg überfordert. Ja, vielleicht geht es manchen Hunden wirklich so, aber für mich war es einfach zu langgezogen. Doch irgendwann hat auch das nachgelassen und ich glaube, es musste so sein. Man musste spüren, wie sich Zola entwickelt, wie das Leben um ihn herum in seine Bahnen findet, wie seine Gedanken ruhiger werden.

Die Konfliktlösungen! Jedes Problem bekam seine Lösung. Früher oder später ;) Und dabei wurde nicht mächtig auf den Putz gekloppt, es wurde, im Rahmen der Möglichkeiten eingebaut und erscheint dadurch greifbar, real. Man mag vielleicht die erste Wendung etwas protzig erachten, aber ich kenne Bücher, durch die sich das von vorne bis hinten zieht und wenn es nicht gerade Fantasy ist, nervt das schon.

Das Cover ist süß gemacht und ja, auch wenn da ein auffällig bunter Hund drauf ist, mir war trotzdem nicht klar, dass es aus seiner Perspektive geschrieben ist :P
Ich weiß nicht, wofür die Symbole in Zola stehen. Vielleicht stehen sie für Zolas großes Herz, für die vielen kleinen Herzen, die sie erobert und die am Ende ihr Leben ausmachen. Für eine Verbundenheit, die doch recht selten ist und aus der kleine Blüten entstehen, die zu einer Blume heranreifen. Ich weiß es nicht, aber das ist, was das Buch am Besten beschreibt!


Ein toller Roman, den man schnell mal zwischendurch weglesen kann. Gefühlvoll und aus einer Perspektive, die uns allen die Augen öffnet. Seht genauer hin, lernt zuzuhören und so lösen sich manche Probleme nicht erst auf Seite 200 von 201.